So bitte nicht

Tellerfederbetätigte Bremsen im direkten Vergleich

Bei der Auswahl des passenden Bremssystems für ein erforderliches Bremsmoment wird gewöhnlich die Klemmkraft einer Bremse anvisiert. Es werden oft baugleiche Bremsen mit unterschiedlichen Tellerfederpaketen von einem Bremssystemhersteller angeboten um den Kundenanforderungen bezüglich der benötigten Bremsleistung entgegen zu kommen. Doch der erste Eindruck bezüglich der vorhandenen Bremsleistung kann im Einzelfall trügen. In der folgenden Tabelle sind zwei solche Bremsen beispielhaft dargestellt:

Bremsentyp Klemmkraft
[kN]
Kraftverlust
pro 1 mm
[%]
Klemmkraft
nach 1 mm
[kN]
Klemmkraft
nach 2 mm
[kN]
Bremse A 120 5 114 108,3
Bremse B 130 11 115,7 103

Im Neuzustand hat die Bremse B zunächst eine höhere Klemmkraft als die Bremse A. Mit der Berücksichtigung des entsprechenden Kraftverlustes in den Tellerfedern und einem zulässigen Reibbelagverschleiss von 2 mm bevor die Bremse nachgestellt werden muss, ergeben sich jedoch andere Verhältnisse: die Bremse A hat nach 2 mm Weg eine höhere Restklemmkraft als die Bremse B.
Das ist gleichzeitig die Mindestklemmkraft, die bei der Auslegung des Bremssystems berücksichtigt werden muss!

Bei dem nachstehenden Beispiel ist der Unterschied zwischen den Bremse C und D noch deutlicher und die Verhältnisse werden schon nach einem Weg von 1 mm zu Gunsten der Bremse C geändert.

Bremsentyp Klemmkraft
[kN]
Kraftverlust
pro 1 mm
[%]
Klemmkraft
nach 1 mm
[kN]
Klemmkraft
nach 2 mm
[kN]
Bremse C 28 5 26,6 25,3
Bremse D 30 13 26,1 22,7

Darüber hinaus kann die hohe Klemmkraft bei den Bremsen B und D im Neuzustand unnötig hohe Flächenpressung an den Reibbelägen und unnötig große Stoßmomente in der Anlage hervorrufen.
Die Tellerfederpakete mit einem Kraftverslust größer als 10 % pro 1 mm Weg sind nicht zeitgemäß oder es handelt sich dabei um eine Fehlkonstruktion.